Schöpfung und / oder Evolution ? Beides !

I. Die Sichtweise der Neo-Darwinisten

[...] Nach Charles Darwin ist der Mensch das höchst entwickelte Tier. So darf man sich nicht wundern, dass die Biologen, insofern sie der reinen Evolutionstheorie anhängen, keine wirklich substanziellen Unterschiede zwischen dem Menschen und seinem nächsten Artgenossen, dem Schimpansen, mehr gelten lassen. In diesem Sinne ist auch die Forderung aus dem Kreis der Neo-Darwinisten zu verstehen, die sogar „Menschenrechte für Menschenaffen“ auf juristischem Weg erstreiten wollen.

[...] Heute geht die Hirnforschung bereits davon aus, dass alle, auch die höchsten mentalen Funktionen, auf neuralen Prozessen beruhen, die alleine den Naturgesetzen gehorchen. Seele und Willensfreiheit in einem metaphysischen Sinn, sind für die Naturwissenschaften nicht existent. Wo aber keine Willensfreiheit, da keine Sünde, kein Bereuen und keine persönliche moralische Verantwortung; eine Argumentationskette, die sich solange verfeinern ließe, dass sie bis zur Leugnung jeder Wertordnung fortgeführt werden kann und letztlich in der totalen Verneinung des christlichen Weltbildes ihr Ende finden würde.

II. Der Mensch im christlichen Verständnis

[...] Christen haben natürlich andere Vorstellungen vom Menschen. Mag die Neurowissenschaft den Glauben an einen Gott im Hypothalamus – dem Zentrum des vegetativen Nervensystems im Gehirn – lokalisieren, so sind für Christen Nächstenliebe und die Botschaft von Jesus Christus jedenfalls keine Ergebnisse der Chemie und der Hormone. Im Mittelpunkt des Christentums steht die Seele als die geheimnisvolle Brücke zwischen Gott und der menschlichen Natur.

[...] Das „Geheimnis des Menschen“ liegt weder in seiner Biologie noch finden wir es in seinem Intellekt oder in seinem Fühlen und Wollen.

[...] Das „Geheimnis des Menschen“ liegt in seiner göttlichen Herkunft.

[...] Die Seele des Menschen ist sein transzendentales Ich, seine göttliche Natur, die ihn über ein rein biologisches Wesen hinaushebt. Durch seine Seele nimmt der Mensch Anteil am göttlichen Sein. Es ist die Seele, die dem Menschen Unsterblichkeit verleiht und in der Verschränkung seiner beiden Naturen erst die Ganzheit des Menschen stiftet. Außer ihrer Göttlichkeit hat Seele keine anderen „Eigenschaften“. Die Seele ist der Schlüssel zu Gott und kein Steuerungsorgan von Bewusstseinsvorgängen. Insofern kann sie auch nicht lokalisiert werden, weder im Großhirn noch im Kleinhirn noch irgendwo sonst. Ohne Seele wäre der Mensch ein Tier mit Geist und großem Denkvermögen. Um Wissenschaft zu betreiben, bedarf es keiner Seele, auch nicht um Musik zu komponieren, Theaterstücke oder Bücher zu schreiben. Menschen ohne Seele wären durchaus vorstellbar. Die menschliche Seele besitzt keine dem Geist oder der Psyche vergleichbaren Eigenschaften. Seele kann sich auf Grund ihrer Immaterialität nicht „entwickeln“, somit bestehen auch keine qualitativen Unterschiede der Seelen von geistig behinderten und hochintelligenten Menschen. Körper, Geist und Psyche sind dem Tod verfallen, Seele ist unsterblich.

Alle Zitate sind folgendem Buch von E. Bamberger entnommen:
Lichtkreise – Provokationen christlichen Denkens

ISBN 978-3-200-01091-8
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